Industriemeister Chemie: Rahmenplan

Parallel zur Verordnung, welche ausschließlich die Prüfung zum anerkanten Abschluss "Industriemeister/in - Fachrichtung Chemie" regelt, führt der Rahmenplan des DIHK (Deutscher Industrie- und Handelskammertag) aus, wie prüfungsvorbereitende Lehrgänge inhaltlich und zeitlich gegliedert sein sollten. Diese Lehrgänge werden in den einschlägigen Weiterbildungsdatenbanken in unterschiedlicher Form und Dauer (Vollzeit/Teilzeit, Fernlehrgang) angeboten. Die Teilnahme an einem Lehrgang ist hilfreich, aber keine Voraussetzung für Zulassung zur Prüfung.

Was folgt aus den handungsorientierten Prüfungsanforderungen
für die Gestaltung der Bildungsprozesse?

Situationsaufgaben als Prüfungsform erfordern angepasste Formen der Lehrgangsgestaltung zur Vorbereitung auf die IHK-Prüfung. Die methodische Form der Handlungsspezifität muss im Bildungskonzept Berücksichtigung finden und der Bezug zur eigenen beruflichen Handlung muss hergestellt werden können.

Das dann vom Lernenden selbst ausgehende Lernverständnis vollzieht sich auf drei Gestaltungsebenen

  • Lernen zum Handeln (als Strategie zur Bewältigung von Handlungsanforderungen)
  • Lernen durch Handeln (als Dimension des Handelns)
  • Lernen als Handeln (als eine eigenständige Form des Handelns)

Die auf der Handlungstheorie basierenden sogenannten handlungsorientierten didaktischen Konzepte setzten stets an der Lernhandlung bzw. Lerntätigkeit der Lernenden an. Ziel handlungsorientierten Lernens ist der Erwerb einer umfassenden Handlungskompetenz.

Leitinstrument sind somit immer Situationsaufgaben, die dann in der systematischen Wissensaneignung auf eigene Arbeitssituationen reflektieren.  Diese methodisch-didaktischen Anforderungen zur Qualifikation erfordern ein Curriculum, dass im Sinne eines Spiralcurriculums aufgebaut ist. Der Lernprozess ist durch modellhafte  „situationsbezogene Lernaufgaben“ strukturiert. Dabei stehen betriebliche Ausgangssituationen vor dem Wissenserwerb.

Die in den Situationsaufgaben enthaltene Problemstellung ist somit Ausgangspunkt für den Lernprozess. Die Situationsaufgaben beachten die unterschiedlichen Lernphasen und haben somit jeweils einen Schwerpunkt im Bereich Chemische Produktion oder im Bereich Führung, Organisation und Kommunikation. In der ersten Lernphase ist der Schwerpunkt zudem meist auch bezogen auf einen Qualifikationsinhalt der Verordnung,

Bei der Erarbeitung von Situationsaufgaben ist es erforderlich, dass die Anwendung von Wissen auch jeweils dem anderen Handlungsbereich zugeordnet werden kann. Somit wird immer auch ein handlungssystematischer und fächerintegrativer Lerninhalt in den Situationsaufgaben vermittelt.

Situationsaufgaben sind so konzipiert und vorstrukturiert, das der Lernende eine vollständige Lernhandlung ausführen kann

  • Phasen der Lernhandlung: 
  • Arbeitsaufgabe erfassen / analysieren
  • Informieren über die betriebliche Situation
  • Lernphase:
    - Wissensdefizite erschließen
    - Planen von Lösungswegen
    - Entscheiden für einen Lösungsweg
    - Darstellen der Lösung
    - Selbstkontrolle
  •  Bewertung (Fremdkontrolle)

Die Situationsaufgaben fördern und entwickeln mit dem Prinzip der zunehmenden Komplexität ein selbstorganisiertes und selbstinitiiertes Lernen.
Der Lernende kann mit zunehmender Lehrgangsdauer neben seinen Berufserfahrungen auch die bereits während des Lehrgangs erworbenen Kompetenzen nutzen.

Der durch die Situationsaufgaben verwirklichte handlungsorientierte Ansatz sollte zusätzlich durch betriebliche „Praxistrainings“ ergänzt werden.

Die handlungsorientierten Aufgaben und die systematische Vermittlung der Lerninhalte stellen eine vollständige Abbildung des Rahmenplanes und der Vordnung dar.

Methodische Elemente

  • Lehrmaterial zur Wissensvermittlung
    (entspr. Rahmenplan DIHK)
  • Seminare zur fachlichen Unterstützung
  • Begleitmaterial als methodische Hilfe
  • Situationsbezogene Lernaufgaben
  • Lehrmaterial als Wissenspool
  • Fallaufgaben
  • Praxistraining / Üben an Simulationsumgebungen
  • Betriebliches Praxistraining
  • Entdeckendes Lernen und Reflexion
  • Situationsaufgaben zum initiieren des Lernprozesses
  • Praxistraining im betrieblichen Handeln
  • Projektaufgaben mittels Internet als Praxistraining
  • Dokumentieren in der betrieblichen Praxis
  • Expertenbefragung / Hospitationen

 

Seitenanfang Druckversion Letzte Aktualisierung: 24.08.2007